Berta Braune war Sozialdemokratin, Sozialpolitikerin und Verfolgte des NS-Regimes. Nun wurde nach ihr in Horst das Gebäude an der Ernst-Barlach-Straße 1 benannt, in dem Kleiderkammer, ehrenamtliche Flüchtlingshilfe und Caritas ihr Zuhause haben. Braune wurde 1897 in Ostpreußen geboren. Sie starb am 13. Juni 1975 in Horst. Am Berta-Braune-Haus erinnert ab sofort eine Gedenktafel an sie. Die Idee wurde im Amtsausschuss geboren, die Tafel entstand mit Unterstützung des Horster Ortsarchivs.
Berta Braue war Gemeindevertreterin, stellvertretende Horster Bürgervorsteherin und erste Vorsitzende des Horster Ortsvereins der Arbeiterwohlfahrt (Awo). Als Sozialpolitikerin wirkte sie 25 Jahre lang – von 1945 bis 1970 – im Gemeinderat der Gemeinde Horst.
Bereits in den 1920er Jahren trat Braune der SPD bei. Zwei Horsterinnen denunzierten sie 1944. Sie bezichtigten Berta Braune des Abhörens feindlicher Rundfunksender. Dieser Vorwurf und ihre politische Überzeugung reichten den örtlichen Nationalsozialisten, sie inhaftieren zu lassen.
Berta Braune wurde der Gestapo in Itzehoe übergeben. Sie wurde in die Frauenstrafanstalt Lübeck-Lauerhof überstellt, wo sie ein Verfahren wegen Zersetzung der Wehrkraft erwartete. Ähnliche Verfahren endeten häufig mit hohen Gefängnisstrafen, Zuchthaus oder gar der Todesstrafe.
Als Berta Braune nach dem Zweiten Weltkrieg zurück nach Horst kam, berief sie Bürgermeister Heinrich Stamerjohann in die erste Nachkriegs-Gemeindevertretung von Horst. Es folgten 25 Jahre aktive kommunalpolitische Arbeit.
Zunächst wirkte sie im Wohnungsausschuss mit, der sich um die Unterbringung der Flüchtlinge aus dem deutschen Osten kümmerte. Außerdem übernahm Braune die Verantwortung für die Volksküche der Nachkriegsjahre.
Als Gemeindevertreterin war sie von 1955 bis 1958 Vorstandsmitglied der Spar- und Leihkasse der Gemeinde Horst. Von 1955 bis 1970 hatte Berta Braune das Amt der stellvertretenden Bürgervorsteherin inne.